Die Präsidentinnen - Ein Fäkaliendrama von Werner Schwab

Erna, Grete und Mariedl sind Freundinnen: Erna hat sich der Religion und der Sparsamkeit verschrieben, gießt ihren Kaffee mit Klopapier auf und träumt von einer Liaison mit dem örtlichen Fleischer Wottila.
Grete, von ihrem Mann für eine 16-Jährige verlassen, hat sich ihren Dackel Lydi zur neuen Lebenspartnerin erkoren, und fantasiert sich heimlich eine Zukunft als Gutsherrin mit dem feschen Freddy herbei.
Mariedl ist Klofrau von Beruf und aus Berufung. Sie prophezeit den beiden anderen eine dunkle Zukunft, was natürlich nicht unwidersprochen hingenommen wird.
Erna, Grete und Mariedl sind Präsidentinnen: „Das sind Leute, die glauben, alles zu wissen, über alle zu bestimmen. Eine Form von Größenwahn“, schrieb der Grazer Dramatiker Werner Schwab (1958 – 1994) im Vorwort zu seinem Stück. In bestem „Schwabisch“ schwadronieren diese Präsidentinnen über Gott und Welt, Leberkäse und Gulasch, verstopfte Toilettenabflüsse und darüber, dass die beste Art, sie freizubekommen, immer noch der beherzte Griff ins Klo ist. Weil aber kein Mensch die Hässlichkeit, in der er lebt, verdient hat, steigern sich die drei in ihren Allmachtsfantasien in rauschhafte Visionen von Glück und einem erfüllten Leben hinein. Und bleiben doch auf ihren verdrängten Abgründen sitzen.